Wo liegt Ulsnis?

Die Gemeinde Ulsnis liegt im Norden Schleswig-Holsteins in der Landschaft Angeln an der Schlei. Zum Gemeindegebiet gehören Affegünt, Bremsdieck, Dallacker, Düttnis, Gunneby, Hestoft, Kius, Knappersfeld, Ulsnis, Ulsniskirchenholz und Ulsnisland.

Anreise

Wo ist es denn?

Ulsnis liegt in Norddeutschland, ca. 30 Kilometer südlich der dänischen Grenze, ca. 15 Kilometer westlich der Ostsee. Die Gemeinde liegt an der Schlei, bis zur Mündung dieser in die Ostsee sind es noch ca. 14 Kilometer fjordabwärts (die Schlei ist kein Fluss im eigentlichen Sinne, Geologen bezeichnen sie als »Fjord«).

Aus Norden kommend

A7 Richtung Flensburg. Ausfahrt Schleswig-Schuby. Links auf die B 201 Richtung Kappeln. Nach ca. 13 Kilometern rechts Richtung Taarstedt. Durch das Dorf Scholderup bis zum Ortsausgangsschild, dort nach 150m links. In Taarstedt nach zwei Kilometern (ca. 17 Kilometer von der A 7) rechts Richtung Lindau. Geradeaus bis Ulsnis.

Aus Eckernförde kommend

In Eckernförde Richtung Eckernförder Bucht. Dort nördlich Richtung Ortsteil Borby. Die B203 überqueren Richtung Barkelsby. Dort Richtung Rieseby. Dort Richtung Lindau/Süderbrarup. Über die Schleibrücke. Am Lindauer Noor (links) vorbei, nach einigen hundert Metern Richtung Dallacker/Landarzt. Immer der Straße folgen, sie führt nach drei Kilometern durch Gunneby. Wenn Sie durch den Ort fahren: am Ende links. Dann kommen Sie nach Ulsnis.

Anfahrt mit dem Boot

Auf der Ostsee Richtung Kappeln. An der Schleimünde in die Schlei einbiegen. Nach ca. acht Seemeilen im Gunnebyer Noor oder etwas weiter in Ulsnis ankern. An Land schwimmen.

Mit der Bahn kommend

Der nächste Bahnhof ist der von Süderbrarup. Er liegt auf der Strecke Kiel → Flensburg. Dort angekommen, empfiehlt es sich, ein Taxi oder den Bus zu nehmen. Es sind ca. zehn Kilometer Fahrt.

Mit dem Hubschrauber

Auf den üblichen Luftkarten Ulsnis suchen. Hinfliegen und zur Landung ansetzen. Platz ist vorhanden. Motor ausschalten und aussteigen.

Einkaufen

Möglichkeiten

Leider gibt es in Ulsnis nicht wirklich viele Einkaufsmöglichkeiten, aber schon ganz in der Nähe wird man fündig!

Steaks & Grillgut

Das mittägliche oder abendliche Steak bekommt man/frau beim Fleischer. Wir können zwei Metzgereien empfehlen. Zum einen Jens Petersen in der Schleistraße 22 in Boren und die Fleischerei Rolf Hansen in Tolk. Darüber hinaus findet man/frau im Hofladen Bluschke in Brodersby Fleisch, Geflügel und vieles mehr in Bio-Qualität.

Räucherfisch

Leckeren Räucherfisch gibt es jetzt immer donnerstags und freitags von der Räucherei Schick & Schick aus Steinfeld bei Topkauf im Markt-Treff Brodersby.

Frische Eier

Frische Landeier aus Boden- und Freilandhaltung bekommt man im »Kleinen Hofladen« bei Familie Lass in Kius. Sollte der Laden geschlossen sein, einfach klingeln! Seit kurzem sind die Produkte des Hofladens auch in der Regio-Box erhältlich. Der Automat steht zentral im Ort auf Höhe des Feuerwehrgerätehauses.

Brötchen

Morgendliche Brötchen bekommt man/frau frisch beim Bäcker. Sie lasssen sich auch an anderen Tageszeiten verspeisen. Den Bäcker findet man/frau in Steinfeld, es ist Bäcker Haß. In den Sommermonaten werden die leckeren runden Dinger in den Vormittagsstunden auch in Lindau verkauft. Maik Haß bringt Brötchen und Brot nach telefonischer Vorbestellung. Direkt in die Ferienwohnung. Sein Krustenbrot soll das beste der ganzen Gegend sein. Und der Autor dieser Zeilen schwört auf die »Kieler«.

Leckere Biobrötchen und -brot kann man in der Saison von Mai bis Oktober bei Leah Rädisch in Golthoft bestellen.

Alles andere …

… bekommt man/frau in Süderbrarup, ca. neun Kilometer von Ulsnis. Mit dem Auto/Fahrrad in nördlicher Richtung halten, bis es nach Süderbrarup geht. Man/frau findet dort einen »Rewe« mit Frischfleisch und frischem Obst/Gemüse, einen »Edeka« mit den gleichen Dingen, einen Aldi, einen Lidl und viele andere Läden. Achtung: Samstags machen viele Geschäfte um 13 Uhr den Laden dicht!

In der Region

Weitere Einkaufsmöglichkeiten bestehen in Kappeln, in Schleswig (ca. 25 Kilometer) oder in Flensburg (ca. 45 Kilometer).

Politik

Bürgermeister der Gemeinde ist Jürgen Schmidt (04641 / 32 63), seine Stellvertreter sind Richard Krohn (04641 / 12 14) und Martin Delz (04641 / 72 06).

Ausschüsse

Hier können Sie wandern

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Wanderkarte Ulsnis

Der Riese

[ep] Es ist schon lange her. Und von wem es genau stammt – keine/r weiß es. Doch die Erzählung, die Sage der Vergangenheit hält sich bis heute. Und hat im Oktober 2012 ihre stählerne Manifestation bekommen. Mitten im Ort, an der Schleidörferstraße in unmittelbarer Nähe des Kindergartens.

Die Sage: Irgendwo nahe Ulsnis soll vor langer Zeit ein mächtiger Riese gewohnt haben. Er war nicht nur groß, er soll auch sehr alt gewesen sein. So gab man ihm den Namen »Der Alte«. Der Alte hatte einen Sohn. Noch größer, noch stärker als der Vater. Er wohnte südlich der Schlei, einem Ort, der heute Rieseby (wie sonst) heißt.

Gelegentlich kam es vor, dass der Alte und sein Sohn in Streit gerieten. Sie beschimpften sich lautstart über die Schlei und bewarfen sich mit Steinen und Felsblöcken, so die Sage. Die Menschen der Region hatten sich daran gewöhnt.

Eines Tages begann der Alte in Ulsnis mit dem Bau einer Kirche. Wir wissen nicht, warum. Sein Sohn bekam das mit und beschloss, es auch zu tun. Nur sollte seine Kirche noch größer und noch schöner sein als die seines Vaters in Ulsnis. Das wiederum bekam der Vater mit und beide gerieten in einen heftigen Streit, der erst verbal, anschließend mit einem Bombardement riesiger Felsbrocken, die sie auf den Feldern fanden, eskalierte. Am Ende waren beide Kirchen getroffen und zerstört. Und je ein Felsbrocken traf annähernd gleichzeitig Vater und Sohn. Es heißt: »Der Alte fiel mit dem Kopf in die Schlei hinaus, und dadurch bildete sich die Halbinsel Nes am Gunnebyer Noor, und nach dem Alten nannte man den Ort Ulsnis. Den Wohnort des Jüngeren nannte man Rieseby.«

Andi Feldmann, ein im Ort lebendes Allround-Genie, erschuf den stählernen Riesen. 9oo kg schwer, auf einem Fundament mit einem Gewicht von 14 Tonnen. Der Stein, »Klumpi« genannt, besteht aus Kunststoff. Also keine Angst. Sollten Sie irgendwann in Ihrem Leben Anfang Oktober nach Ulsnis kommen: Lassen Sie sich die Geburtagsfeier nicht entgehen. Sie findet jährlich statt. Und der Künstler gibt Autogramme – wenn Sie ihn darum bitten.

Der Riese von Ulsnis

Kinder dabei?

Ab ins Wasser

Es bietet sich an, die Schlei als Region ausgiebiger Schwimmausflüge für jung und alt zu nutzen. Das Wasser ist nicht zu salzig, sauber, wird regelmäßig kontrolliert und lädt ein. Kinder und Jugendliche der Gemeinde warten auch nicht, bis eine Wassertemperatur von 20 °C erreicht ist. Schon Ende April gehts bei denen los.

Badestelle in Gunneby. Foto: Frank WalenskyIn der Gemeinde bieten sich vier Sandstrände (alle unbeaufsichtigt) an. Zum einen Ulsnisstrand (Foto) mit seinem Anleger, der in den Saisonmonaten täglich Anlegepunkt für große Ausflugsschiffe ist. Einige hundert Meter weiter Richtung Osten liegt das beschauliche Dreispitz und lädt zum Baden ein. Achtung: Parkplätze und Toiletten sind hier, im Gegensatz zu den anderen Badestellen, nicht vorhanden.

Das ruhige und beschauliche Hagab ist vor allem für Familien mit kleinen Kinder geeignet – die Wassertiefe ist nicht gefährlich. Am gleichen Strand, einige hundert Meter weiter nordlich, kommen auch Hundebesitzer auf ihre Kosten. Am Hagab-Strand kann geparkt werden, Toiletten sind vorhanden. Und seit 2016 steht dort ein Grill des Ulsnisser Künstlers Andi Feldmann (s. »Riese«).

Badestelle GunnebyDie Badestelle in Gunneby (Foto) ist klein, ruhig und liegt südlich des Gunnebyer Noors. Parkplätze und eine WC-Anlage sind vorhanden. Gelegentlich wird am Ufer Sand aufgeschüttet, um den Spaß beim Baden und Sonnen anzuheben. Was Sie wissen müssen: In Ufernähe gibt es Steine – und leider immer noch keinen Steg ins Wasser. Der Weg zum Badestrand ist ausgeschildert und gut zu finden (kurz vor dem südlichen Ortsausgang rechts abbiegen).

Schullandheim

Der ADS–Grenzfriedensbund e.V. arbeitet in vielen verschiedenen sozialen und sozialpädagogischen Aufgabenfeldern. Unter anderem ist er auch Träger von sechs Schullandheimen in Schleswig-Holstein. Mit diesen Einrichtungen wird das Ziel verfolgt, die Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu fördern und zur Schule zu ergänzen. Das Schullandheim Ulsnis liegt am Strandweg 17, sein Leiter ist Andreas Heiler. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kühe streicheln

Jürgen Schmidt ist nicht nur Bürgermeister der Gemeinde sondern auch Landwirt und lässt seine Kühe Milch produzieren. Sein Hof ist in der Süderholzstraße 1, Kinder sind herzlich willkommen!

Rundherum

Der Autor dieser Zeilen, Vater einer Zwölfjährigen und oft in der Gemeinde, weiß was es bedeutet, wenn es regnet oder das Wetter einige Tage einfach nicht schön werden will. Wenn die Tochter dann auch noch eine Freundin mitgenommen hat – »Es ist da ganz toll! Komm mit!« – dann gibt es Probleme. Doch zum Glück auch Lösungen. Fangen wir im Norden an. Dort gibt es an der Ostsee den Ort Damp. Und dort – relativ neu und modern – das Entdeckerbad. Bei Kindern (und im Film auch bei werbenden Erwachsenen) sehr beliebt: die riesige Rutsche. In Damp auch empfehlenswert: Wasserski Damp. Von Ulsnis bis Damp sind es ca. 25 km Autofahrt, Ihr Navi führt Sie hin.

In Tolk finden Sie die Tolk-Schau. Dafür brauchen Sie und Ihre Familie (mindestens) einen ganzen Tag. Es lohnt sich. Es sind ca. 15 km Entfernung, die Strecke lässt sich auch mit dem Fahrrad leicht erledigen.

Weitere Orte

Mit dem PKW kommen Sie nach Schleswig. Dort lohnt sich nicht nur ein Besuch der Stadt, viel spannender für Kinder sind die Wikinger, die Sie in Haitabu – ausgestopft – im Wikinger-Museum Haitabu vorfinden. Weitere interessante Orte sind Kappeln, Flensburg und die Geltinger Bucht. Die ist bei Naturliebhabern, Kitern und Surfern sehr beliebt.

Wenn Sie den Süden bevorzugen: auch kein Problem. In Eckernförde (ca. 25 km) finden Sie das »Meerwasser-Wellenbad Eckernförde«. Tipp: Rufen Sie vorher an (04351 / 905400), ob es auch geöffnet hat. Und auch der Ort selbst lädt mit seinen großen Stränden zum Verweilen ein.

Geschichte

Ein paar Jahrhunderte zurück …

Werkzeug- und Waffenfunde weisen auf eine frühe Besiedlung hin. Im Zuge der Völkerwanderung verlassen ab etwa 400 nach Christi Geburt Stammesteile der Angeln ihr Ursprungsland und gründen in Britannien neue Siedlungen. Nahe dem Steilufer bei Dallacker stehen in einer Reihe 14 größere Steine. Einer Sage zufolge sind diese von einem Sippenältesten für sich und seine 13 Söhne gesetzt worden, die Angeln seinerzeit verlassen haben. Noch im siebten Jahrhundert war Angeln von Sümpfen und Binnenseen durchzogen, urwaldähnlich bewachsen und kaum bewohnt. Die Neubesiedlung erfolgt in den folgenden Jahrhunderten.

Wikingerzeit

Zu Beginn der Wikingerzeit, um das Jahr 811, herrscht in Sliesthorp-Haithabu der Dänenfürst Gudfred. In Verhandlungen mit Karl dem Großen wird die Eider als Grenze zwischen dem Frankenreich und Dänemark festgelegt. 1115 setzt König Niels von Dänemark seinen Neffen Knud, als Herzog der Dänen, zum Statthalter von Schleswig ein, um das Reich gegen die Wenden zu verteidigen. Unter ihm erhält das Herzogtum die ersten Grundlagen staatlicher Ordnung.

Dänemark weit vorn

Unter König Waldemar II (1202–1241) gelangt Dänemark auf die Höhe seiner Macht. 1214 erkennt Kaiser Friedrich II Barbarossa die Elbe als Südgrenze Dänemarks an. 1231 lässt Waldemar II ein Erdbuch über die königlichen Güter und Einkünfte anfertigen. Das Erdbuch liefert erstmals Aufschluss über die Verwaltungsstrukturen. Hiernach besteht das Herzogtum Schleswig aus drei »Sysseln«, die wiederum in verschiedene »Harden« (kleinere Bezirke) untergliedert sind. Angeln bildet die östliche Hälfte des Islathe Syssel. Anstelle der Syssel tritt später die Einteilung in Ämter, die aber kleinere Bezirke umfassen. Bei der Auflösung des Islathe Syssels kommt der nördliche Teil Angelns zum Amt Flensburg, der südliche zum Amt Gottorp.

Fünf Harden

1231 gibt es nur fünf Harden im Bereich Angelns. Der Name Harde ist abgeleitet von Hundert, weil dieser Bezirk etwa 100 Familien oder Besitzungen umfasste. Zu den fünf Harden Angelns kommen im Laufe der Jahrhunderte noch einige dazu, ferner scheiden aus den Harden gleichzeitig Besitzungen aus. Von Alters her bestand der größte Teil des Landes in Angeln aus sogenannten »Bondengütern«, deren Besitzer frei und unabhängig auf ihren Gütern wohnten. Bewohner, die ihren Besitz zu Lehen von einem fremdem Grundherrn hatten, (König, Adel, Kirche), waren »Feste Bauern«, die zu bestimmten Abgaben und Diensten verpflichtet waren. Ulsnis, Hestoft, Kius und zwei Höfe aus Gunneby gehörten zur Vogtei Ulsnis, die wiederum dem Domkapitel in Schleswig unterstand. 1440 erhält Adolf VIII, Graf von Holstein, Schleswig als erbliches Lehen. Schleswig und Holstein sind damit unter einem Herrscher vereint. 1460 werden im »Vertrag von Ripen« Dänemark und Schleswig-Holstein durch Personalunion miteinander verbunden.

Herzogthum Schleswig

Im Jahre 1766 kommt es zu der königlichen »Verordnung betreffend die Beförderung der Einkoppelung und Aufhebung der Gemeinschaft der Dorffelder etc. für das Herzogthum Schleswig«. Dieses sogenannte »Verkoppelungsgesetz« führt zur Aufhebung der Feldgemeinschaften und des Flurzwangs. Im Gesetz wird die Anlage von Knicks in Form lebender Wallhecken angewiesen. Da die Knicks für die Landschaft Angeln von besonderer Bedeutung sind, sei an dieser Stelle kurz darauf eingegangen. »Das Resultat sah im Idealfall so aus, dass jeder Hof von nun an etwa zehn bis zwölf eingefriedigte Koppeln besaß, die in einem festen Turnus bewirtschaftet wurden. Die Fruchtfolge konnte dabei etwa so aussehen: In den erste fünf bis sechs Jahren nacheinander Raps, verschiedene Getreidearten, Hackfrüchte und Kleehafer, in den folgenden fünf Jahren wurde die Koppel in Weideland umgelegt und im zwölften Jahr erfolgt die Brache mit reichlicher Düngung. Im Zusammenhang mit der Brache wurden auch die Knicks abgeholzt, so dass die Koppel während der Nutzung als Pflugland nicht zu sehr beschattet wurde. Das abgetriebene Holz diente als Feuerung und lieferte außerdem alles, was an Hölzern für Arbeitsgeräte gebraucht wurde. Nach rund sechs Jahren waren die Knicks so stark ausgeschlagen, dass sie für die folgenden Weidejahre als Schattenspender und zugleich als wehrhafte Zäune dienen konnten.« (aus: Arnold Lühning: Koppelwirtschaft und Knicks).

Ende der Leibeigenschaft

1770 erfolgt die Auflösung des Domkapitels. 1777 wird die Vogtei Ulsnis wieder mit der Harde (Schliesharde) vereint. Nach Vermessung und Aufteilung des Landes wird der Besitz in Erdbüchern festgelegt. In Ulsnis erhalten drei Siedler ihr Land nördlich der Schlusbek (»Drei Männer Teich«), neun Siedler südlich der Schlusbek. Jeder bekommt Ackerland-, Wiesen- und Waldanteile. In Hestoft erhalten 1789 acht Hufner sowie ein Kätner Landflächen zugeteilt. In Kius erhalten sechs Hufner Land. Am 1. Mai 1784 wird in Gunneby die Leibeigenschaft gegenüber dem Gut Lindau aufgehoben. Durch die Vermessung und Verteilung des Grundbesitzes im Jahre zuvor entstehen hier fünf Voll-Hufner-Stellen und zwölf Kätner-Stellen. 1848-51 erhebt sich Schleswig-Holstein gegen die dänische Zentralregierung. Infolge des Krieges Preußen/Österreich gegen Dänemark tritt das Königreich 1864 die Herzogtümer an Preußen/Österreich ab. Nach dem Kriege Preußens gegen Österreich wird Schleswig-Holstein1866 preußsche Provinz. Nach dem Ersten Weltkrieg wird Nordschleswig durch Volksabstimmung dänisch. Südschleswig mit Holstein verbleibt als preußische Provinz beim Deutschen Reich.

Preußische Provinz

Nachdem Schleswig-Holstein im Jahre 1866 preußische Provinz geworden war, wurden am 1. Oktober 1889 die Harden aufgelöst. An ihre Stelle traten die kleineren Amtsbezirke. Die Gemeinden Steinfeld, Kius (mit Gunneby) und Ulsnis (mit Hestoft) bildeten den Amtsbezirk Ulsnis. Erst im Jahre 1969 wurde im Rahmen der Ämterneuordnung das Amt Ulsnis aufgelöst und mit Wirkung vom 1. April 1970 dem neu gebildeten Amt Süderbrarup zugeordnet zugehörig.

Zusammenlegung

1973 erfolgte in der Gemeinde Kius die Beschlussfassung für die Zusammenlegung mit der Gemeinde Ulsnis. Am 28. Januar 1974 fand die letzte Gemeinderatssitzung der alten Gemeinde Kius statt. Am 1. Februar 1972 waren die Gemeinden Kius und Ulsnis formell zur Gemeinde Ulsnis vereint. Erster gemeinsamer Bürgermeister wurde Hans Hansen aus Gunneby.

Bedeutung der Ortsnamen

Zur Gemeinde Ulsnis gehören also seit Anfang der 70er Jahre die Dörfer Ulsnis, Hestoft, Kius und Gunneby. Der Name Ulsnis findet als »VLFSNEES« erstmals Erwähnung im Jahre 1349. Das Wort ist abgleitet aus dem dänischen »Ulf«, gleich »Wolf« und dem dänischen »Näs«, deutsch »Nis«, was »Nase«, »Landvorsprung« bedeutet ( bzw. laut Jensen: Angeln, (1922): »Ins Meer vorspringende Landspitze«.

Hestoft, Kius, Gunneby

Der Ortsname Hestoft setzt sich zusammen aus »Hest« gleich »Pferd« und »Toft« gleich »eingefriedetes Land«. Zur Bedeutung des Ortsnamens Kius weist der Verfasser dieses Kapitels in der Dorfchronik darauf hin, dass das Wort, abgeleitet von Kyus, Kues, in Island »enges Tal« bedeutet. Der Ortsname Gunneby hat sich laut Chronik aus dem Wort »Gundebuy« entwickelt; der Name wird als »Dorfsiedlung« gedeutet (nach Dankwart Meyer, 1652), wobei die Endung »by« ursprünglich »Einzelhof« bedeutete.